Wiederkehrende Rechnungen und Abos unter VeriFactu: Automatisieren, ohne die Hash-Kette zu brechen

SaaS-Abos, Wartungsvertraege, Retainer, Gewerbemieten: Wer als deutsches Unternehmen regelmaessig Kunden in Spanien fakturiert — etwa ueber eine spanische Niederlassung oder als dort steuerlich registrierter Betrieb —, stellt jeden Monat fast identische Rechnungen aus. Seit die spanische Verordnung ueber Rechnungssysteme (Real Decreto 1007/2023) in Kraft ist — Kapitalgesellschaften seit dem 1. Januar 2026, Selbststaendige seit dem 1. Juli 2026 —, muss diese automatisierte Fakturierung in einem konformen SIF (zertifiziertes Rechnungssystem) laufen. Automatisierung bleibt moeglich und sinnvoll; nur die Spielregeln sind neu.

Die Hash-Kette kennt keine Abkuerzungen

Jede Rechnung erzeugt einen Rechnungsdatensatz mit einem SHA-256-Hash, der an den vorherigen Datensatz gekettet wird — streng chronologisch. Der Datensatz der September-Rate verweist auf die zuletzt ausgestellte Rechnung, egal fuer welchen Kunden.

Fuer wiederkehrende Rechnungen heisst das: kein Vorproduzieren ausserhalb des Systems, kein Excel-Export, der nebenbei PDFs erzeugt. Die Automatisierung muss im SIF selbst laufen. Erst im tatsaechlichen Moment der Ausstellung berechnet das System den Hash, erzeugt den Pflicht-QR-Code und uebermittelt im VeriFactu-Modus den Datensatz sofort an die spanische Steuerbehoerde AEAT. Im Nicht-VeriFactu-Modus wird der signierte Datensatz lokal aufbewahrt, inklusive Ereignisprotokoll, und auf Anforderung der AEAT uebermittelt.

Wichtig zur Einordnung: Das ist nicht dasselbe wie XRechnung oder ZUGFeRD. Die deutschen Formate regeln, wie eine strukturierte E-Rechnung aussieht und ausgetauscht wird. Das spanische SIF-Regime regelt, wie die Rechnung entsteht: manipulationssicher, verkettet, protokolliert. Ein Abo-Billing, das in Deutschland sauber ZUGFeRD erzeugt, ist damit fuer Spanien noch lange nicht konform.

Ausstellungsdatum vs. Leistungsdatum

Zwei Daten, die man auseinanderhalten muss:

Der Rechnungsdatensatz traegt das echte Ausstellungsdatum samt Uhrzeit. Laeuft der Rechnungslauf am 1. um 07:00 Uhr, steht genau das in der Kette. Rueck- oder Vordatieren funktioniert nicht — Hash-Kette und Ereignisprotokoll halten den realen Zeitpunkt fest. Wer vorab fakturiert (Jahresabos, Mieten im Voraus), sollte das nach einer dokumentierten, gleichbleibenden Regel tun: immer derselbe Tag im Zyklus, Leistungszeitraum klar in der Rechnungsposition benannt.

Preisaenderung mitten im Vertrag?

Der Klassiker: Indexanpassung ab Juli, aber die Juli-Rechnung ging noch zum alten Preis raus.

Lastschriften und Abstimmung

Der Einzug per SEPA-Lastschrift aendert nichts an der Rechnungspflicht, wohl aber an der sinnvollen Reihenfolge: erst die Rechnung im SIF ausstellen, dann die Lastschriftdatei aus den bereits ausgestellten Rechnungen erzeugen. Ruecklastschriften lassen sich so eindeutig einer Rechnung zuordnen. Bei Zahlungsausfall wird gemahnt — die Rechnung selbst bleibt unberuehrt.

Typische Fehler, die jetzt teuer werden

Nicht vergessen: Der Einsatz nicht konformer Rechnungssoftware kann mit bis zu 50.000 € pro Geschaeftsjahr geahndet werden (Art. 201 bis des spanischen Abgabengesetzes LGT). Richtig aufgesetzt wird das Abo-Billing dafuer zu dem, was es sein soll: ein Prozess, der von allein laeuft — mit lueckenloser Nachvollziehbarkeit.

Heute noch gelöst?

InvoSeal erfüllt die RD 1007/2023 im VeriFactu- und Nicht-VeriFactu-Modus vom ersten Tag an. Verantwortlichkeitserklärung veröffentlicht.

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